Es ist soweit: Uranus beendet seinen Aufenthalt in den Fischen und steigt aus der Ursuppe hervor um einen neuen 84 Jahre dauernden Zyklus zu beginnen. In den frühen Morgenstunden des 12. März 2011, betritt Uranus endgültig das Zeichen Widder und bleibt dort, mit einem kurzen vorfühlenden Abstecher in den Stier Ende 2018, bis März 2019.
Im Widder erhält Uranus eine sehr junge, dynamische, ungeduldige, ungestüme, “plötzliche” Energie, die mitunter ohne Rücksicht auf Verluste mit dem Kopf durch die Wand Vorwärts prescht. Es werden aufregende Jahre für uns alle, nicht nur individuell sondern auch global, die Anzeichen dafür haben wir ja schon in den letzten Wochen gesehen.
Wofür steht Uranus eigentlich? Uranus steht für Innovation, Revolution, Reformen, Radikalismus und Idealismus. In seiner Position als erster der transpersonalen Planeten (Uranus bis Pluto im Gegensatz zu den personalen Sonne bis Saturn) ist seine wichtigste Rolle die des Grenzsprengers der Grenzen und allzu starren, eingefahrenen Rigiditäten die von Saturn gesetzt werden. Er ist somit der “Krisenbringer”. “Krise” ist ein Wort das die wenigsten gerne hören, wird doch das herausgerissen werden aus dem Vertrautem, auch wenn das Vertraute hemmend ist, als unangenehm bis angsteinflössend empfunden. Der von Natur aus uranische Mensch, hat ein instinktives Verständnis für die Wichtigkeit von Neuerung und Veränderung, diese Menschen wirbeln daher rum und sorgen selbst regelmässig für die kleinen Revolutionen in ihrem Leben. Der Rest von uns krallt sich aber üblicherweise an alte, längst ausgediente Muster und Methoden fest, haben Mauern aufgebaut die wir selbst gar nicht mehr sehen, die uns behindern. Dann kommt eben ein Uranus Transit mit einer Krise im Gepäck um den Wendepunkt zu erzwingen.
Sehr gut lässt sich das an den Aufständen im arabischen Raum erkennen und auch – noch verhalten aber das wird sich ändern – in den ersten Anzeichen die man aus China sieht. Unterdrückte Völker die man an persönlichen Freiheiten und wirtschaftlichen Möglichkeiten klein gehalten hat für das vermeintliche Wohl des Kollektivs oder eines einzelnen Despoten, sind aus ihrer Lethargie erwacht. In der Zeit des Aufenthalts von Uranus in den Fischen, bildete sich unbewusst und im Verborgenen in der Psyche dieser Völker ein Veränderungswille. Jedoch so lange Uranus (Herrscher des Wassermans) in den Fischen war bestand eine gleichzeitige Rezeption zum Wassermann Neptun (Herrscher der Fische). Diese Rezeption hat unter anderem dazu geführt, dass die Strömungen die sich formierten noch nicht spürbar und sichtbar waren. Mit dem ersten Schritt vom Uranus in den Widder und dem Grossen Kreuz im Sommer 2010 wurde die “Sichtbarwerdung” ausgelöst. Dann kehrten Uranus und Jupiter gemeinsam zurück in die Fische zur Aufarbeitung. Endgültig losgetreten wurde die Lawine mit dem Wiedereintritt von Jupiter in den Widder am 22. Jänner 2011.
In Folge wird uns bald auch bewusst werden, dass nicht nur die unterdrückten Völker erwachen, sondern benachteiligte soziale Schichten überall ins Licht treten und Reformen erzwingen werden. Das Uranus/Pluto Quadrat auf das wir diesen Sommer einen Vorgeschmack erhalten werden und das uns bis 2015, mal enger, mal weiter, begleiten wird, zeigt, dass der Reformprozess grossen Widerstand vom Status-Quo erfahren und nicht glimpflich verlaufen wird. Ein Blick auf die historischen Geschehnisse zum letzten Quadrat der beiden in den Jahren 1932-1934 (Weltwirtschaftskrise, Aufstieg des Nationalsozialismus) genügt um das Potential zu erkennen.
Die meisten von uns werden auch im persönlichen Leben, ob nun privat oder beruflich, Uranus Wachrüttelungserlebnisse (=Krise) erfahren. Wegbereiter dafür waren vielfach die Geschehnisse im Umfeld des Grossen Kreuzes und T-Quadrat des Sommers 2010. Jetzt gelangen diese Prozesse in ihr nächstes Stadium, Veränderung und neue Entwicklungen sind gefordert.
Während der Fische Uranus Zeit (siehe oben) hat der Nebel persönliche Bedürfnisse aufgehen lassen in einem “wir” Gefühl. Persönliche Grenzen verwischten und wurden daher leicht von Gemeinschaften überschritten was auch als normal empfunden wurde. Mit der Widder Uranus Energie ändert sich der Focus nun hin zum “Ich”. Das sollte nicht fälschlich als Egoismus verteufelt werden, sondern ist zu verstehen als das was es ist: das Recht des Einzelnen zu sein. Der Einzelne hat das Recht auf Freiheit und Eigenständigkeit und das Recht sich dafür einzusetzen und zu den damit verbundenen Konsequenzen zu stehen – dafür sorgt der Saturn in der Waage der momentan die Regeln des sozialen Anstands neu aufrollt. Macht- und Status-Quo werden jedoch mit allen Mitteln versuchen zu halten was es zu halten gibt. Übertragen ins Persönliche, heisst die Auseinandersetzung mit dem kommenden Uranus/Pluto Quadrat, dass wir entweder in uns selbst oder in unserer unmittelbaren Umgebung mit Kräften oder Menschen zu tun haben die sich einer Veränderung mit allen Mitteln widersetzen. Vor allem diejenigen von uns die persönliche Planeten auf den Graden 0-7 der Kardinalszeichen Widder, Krebs, Waage oder Steinbock haben werden dies deutlich spüren bzw selbst initiieren.
Wenn Sie keine Planeten auf diesen Positionen haben und Uranus auch sonst in der nächsten Zeit keine Aspekte zu Ihren Planeten bildet, werden Sie die Bewegung in den Widder als allgemeinere Stimmung wahrnehmen, als Erwärmung und Dynamisierung des Hauses (Lebensbereich) wo in Ihrem Horoskop der Anfang vom Widder liegt. Der Gast in Ihrem Haus ist plötzlich anders gekleidet und benimmt sich anders aber so lange keine Aspekte gebildet werden entstehen keine akuten konkreten Begebenheiten oder Situationen. Sie nehmen allerdings die Belange des Hauses anders wahr. Auch das Haus dessen Hausspitze im Widder liegt wird in der Anfangsphase des Wechsels für eine kurze Weile sensibilisiert. Das kann man sich am ehesten so vorstellen wie wenn Sie Vorgänge bei den Nachbarn mitkriegen aber es betrifft Sie selbst noch nicht.
Es kann also gut sein (metaphorisch), dass Sie nun plötzlich einen (vermutlich rot gekleideten oder mit Sportwagen ausgestatteten) sturköpfigen jungen Mann mit dem Kopf voller wilder, innovativer Ideen und Plänen die er sofort umsetzen will in ihrem 7ten Haus wahrnehmen. Auch wenn Ihnen das so gar nicht ins Konzept passt, setzen Sie sich mit ihm besser auseinander, er wird nämlich sonst lästig.
Weiterführende Artikel:
Blick auf das Jahr 2011: Stillstand ist ein Fremdwort
Grosses Kreuz – Wie geht es weiter? Wann sind weitere Entwicklungen und Folgen zu erwarten?
Jupiter im Widder, 22. Jänner bis 4. Juni 2011
Per Rückwärtsgang ins Wasser, Uranus und Jupiter kehren zurück in die Fische
Wochenhoroskop 28. Mai, 2010: klesch-bumm-wachrüttel!!
Super Artikel!
Gerade eben hat sich meine Wahrnehmung auf meinen Umgang mit Veränderungen focussiert. Im Sinne von:…Ach so!…Aha!…Na klar!… Daher…Meine Wut,und die Angst davor, mich deswegen zu schämen, weil mich gewisses Verhalten eben wütend macht…wenn ich zb das gefühl habe, manipuliert zu werden und ich mein Gefühl von freiwilliger Entscheidung überhaupt nicht mehr spüre…und mich dann in eine Erfahrung kreiere, die mir den Raum gibt, dem einen Ausdruck zu geben. und alle bleiben, keiner hab ich Angst gemacht. und ich,…ich bin irgendwie beeindruckt, ein bischen irritiert und hab, wie du merkst, ein mitteilungsbedürfnis.
Ach ja.
@su: jo, uranus ist immer gut für extreme erkenntniserlebnisse. anstrengend, meist nicht einfach, aber erstaunlich. wie ich seinerzeit die konjunktion von uranus mit aszendenten hatte war das unglaublich und wenn es nach mir gegangen wäre hätte ich den zustande gerne für den rest meines lebens gehabt. ich nenne das uranus neid. wenn du paudern magst, ich bin am montag wieder da, muss paar tage weg.
“day of rage”, 11. märz
pünktlich zum uranus wechsel, passt wie die faust aufs auge.
http://www.areawidenews.com/blogs/1215/entry/40143/
http://news.google.com/news/search?aq=f&pz=1&cf=all&ned=us&hl=en&q=day+of+rage